ensemble reflektor

So

19.

November

11:30 Uhr

"Gewaltakt"

ensemble reflektor_GEWALTAKT 

BEETHOVEN // Coriolan
RAMEAU // Entrée aus Les Boréades
BEETHOVEN // Sinfonie Nr. 5

ensemble reflektor
Dirigent // Thomas Klug

Gewalt in der Musik: Klassische Musik beschäftigt sich mit jeglichen emotionalen Facetten, auch den dunklen. In einer Zeit, in der besonders politische Gewalt wieder alltäglicher wird, ist es umso wichtiger, sich und seine aggressiven Emotionen zu reflektieren. Dass auch die klassische Musik voll unmittelbar aggressiver Gefühle ist, wird oft vergessen, beziehungsweise „schön gespielt“. 

In seinem aktuellen Programm GEWALTAKT, das am 19. November im FORUM der Musikschule, Lüneburg um 11.30 Uhr aufgeführt wird, richtet ensemble reflektor den Fokus auf Werke, die seiner Empfindung nach aggressive Gefühlswelten ausleuchten und präsentiert seine Interpretation der Fünften Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Dabei begreifen die jungen Musiker die vielzitierte, auf das C-Dur-Finale abzielende Anlage des Stückes nicht als den Weg aus „schicksalhafter“ Dunkelheit ins strahlende Licht. Vielmehr berufen sie sich auf die Entstehungszeit, in der Beethovens Denken und Fühlen von Depressionen und Selbstmordgedanken bestimmt wurde und in der sich das wahre Gesicht Napoleon langsam heraus kristallisierte.

So erklingt ein hell strahlendes C-Dur-Finale mit seiner erzwungenen Freude schmerzhaft, ja sogar aggressiv, und erinnert an die Werke Schostakowitschs, die unter dem Joch Stalins entstanden sind. Jener verstand es meisterhaft Schmerz, Angst und System-Kritik in den Subtext seiner auf den ersten Blick Regime-verherrlichenden Werke einzuflechten. 

In der Kombination mit der Ouvertüre zu Coriolan, welche die Machenschaften des gleichnamigen römischen Herrschers musikalisch mit thematisch immanenter Gewalttätigkeit darstellt, bilden die beiden Werke Beethovens den Rahmen des Abends. Dagegen steht mit Rameaus Entrée pour les Muses aus der Oper Les Boréades ein Werk, das nach Versöhnung und Harmonie sucht.

Über ensemble reflektor

ensemble reflektor ist ein norddeutsches Kammerorchester, das klassische Musik so aufführt, wie sie es verdient hat: kraftvoll, mit viel Liebe zu ungewöhnlichen Aufführungsformen und nah am Publikum.

Zunächst unter dem Namen kammerorchester der jungen norddeutschen philharmonie verwirklichten die Musiker seit 2013 erste gemeinsamen Projekte und traten unter anderem im Rahmen des Festspielfrühlings Mecklenburg-Vorpommern mit Solisten wie Natalia Prishipenko und Nils Mönkemeyer auf. 

Im Frühjahr 2015 gründeten die professionell ausgebildeten jungen Musiker den gemeinnützigen Verein ensemble reflektor e.V. und agieren seither selbstverwaltend. Zahlreiche Projekte in sowohl kammermusikalischer als auch sinfonischer Besetzung wurden seitdem umgesetzt. Eine besondere Herzensangelegenheit für die Musiker ist vor allem die „Artist-in-Residence“-Reihe ensemble reflektor_extended, bei der das Ensemble einen namhaften Vertreter eines künstlerischen Genres einlädt, um mit diesem einen synergetischen Konzertabend zu erarbeiten; die Zusammenarbeit schließt gemeinsame konzeptionelle Ideen und Auftragskompositionen ein. Die Cellistin Tanja Tetzlaff, der zeitgenössische Komponist Konstantin Heuer, der Jazzsaxophonist und Komponist Malte Schiller sowie das Malte Schiller-Quartett waren bereits Gäste dieser Reihe. 

Im musikalischen Zentrum steht seit 2013 ein chronologisch angelegter Beethoven-Zyklus, in dem die Sinfonien jeweils in einem individuellen und verschiedenen programmatischen Kontext dargestellt werden. In dem aktuellen Projekt GEWALTAKT wird nun die Fünfte Sinfonie, im Herbst 2017 dann unter dem Titel ensemble reflektor_per Anhalter durch die Pastorale die Sechste erarbeitet und präsentiert. 

Auf Einladung des Bronnbacher Musikfrühling gestaltete reflektor im Mai 2016 das Abschlusskonzert des Festivals und wird im Sommer 2017 im Rahmen des Musikfestival Allegro in Usingen/Taunus sowie beim Musikfest Stuttgart gleich zwei Festival-Gastspiele geben. Ende des Jahres 2016 wurde in Kooperation mit der Elbphilharmonie Hamburg und der Techno-Brassband MEUTE ein 360°-Video produziert, welches zur Eröffnung der Elbphilharmonie präsentiert wurde und in den sozialen Medien bereits nach wenigen Tagen über 70.000 Klicks verzeichnen konnte. Die Entdeckung von ungewöhnlichen Konzerträumen und der Transfer von klassischer Musik in Räume, die dem Publikum bisher unbekannt sind, ist ensemble reflektor ein besonderes Anliegen. Die damit verbundene Akquirierung von klassikfernem, gleichaltrigem Publikum sind Ziel des Ensembles, das in der Halle 424 im Oberhafenquartier der Hamburger Hafencity als „Orchester in Residence“ zu Hause ist. Eigeninitiative, Nähe zum Publikum und die Vermittlung der Liebe zur Musik sind die Säulen von ensemble reflektor.

Seit der Gründung ist Thomas Klug, ehemaliger Konzertmeister der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Professor an der HfK Bremen, als musikalischer Leiter engagiert und formt den Klang sowie die Spielweise von reflektor maßgeblich.

ensemble reflektor sind professionell ausgebildete klassische Musiker, die Musik lieben und diese Liebe ihrem Publikum vermitteln.
ensemble reflektor reflektiert über sich, den eigenen Musikerberuf sowie die Musikerbranche.
ensemble reflektor schafft einerseits durch ungewöhnliche Konzertorte, andererseits mit selten gehörten oder selten kombinierten Werken intensive Konzerterlebnisse.
ensemble reflektor kann und will trotz aller Innovation nicht auf die „Klassik" verzichten.
ensemble reflektor will die Nähe zum Publikum.
ensemble reflektor kennt keine Grenzen und keine Schubladen, sondern spielt das, was es für gute Musik hält.
ensemble reflektor ist in Hamburg zuhause.
ensemble reflektor ist ensemble reflektor.

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