Das hört sich gut an

Artikel aus der Landeszeitung für die Lüneburger Heide (LZ) vom 09.09.2017

Die Musikschule Lüneburg feiert ihren 50. Geburtstag und ist gesund

VON HANS-MARTIN KOCH

Lüneburg. Ulrich Petersen steht seit 25 Jahren an der Spitze der Musikschule Lüneburg. Das ist, salopp geschrieben, die halbe Miete. Gestern nämlich war ein Festakt fällig: 50 Jahre Musikschule. Das ist normalerweise ein Termin mit vielen Reden und sehr vielen Grußwörtereien nebst begleitender Musik. Es geht besser, knapper, bunter. Die Reise in die Vergangenheit zurück ins Hier und Heute hatte die Musikschule kurzweilig vorbereitet, und die drei Gastredner repräsentierten, was das Haus braucht und was es ausmacht. Zuerst aber gab es eine Fanfare.

Dazu hatte der gelernte Trompeter Petersen drei seiner früheren Schüler geladen, die alle der Musik treu geblieben sind. Dirk Jess spielt seit 2008 bei den Lüneburger Sinf-, jetzt Symphonikern und unterrichtet an der Musikschule. Michael Ohnimus ist unter anderem als Solotrompeter der Klassikphilharmonie Hamburg unterwegs, und Matthias Rambach steht in Swing und Big Bands für den Jazz.

Die Musikschule braucht Rückhalt. Den findet sie in Stadt und Kreis. Oberbürgermeister Ulrich Mädge würdigte die Musikschule als Erfolgsgeschichte. Auch in wirtschaftlich problematischen Zeiten „haben wir nie darüber nachgedacht, die Musikschule zu schließen oder zu privatisieren“, so Mädge. Er sieht die Musikschule als Beitrag zur kulturellen Grundbildung. Der Neubau 2012 steht dafür. „Ein fantastisches Gebäude“, „hervorragende Probenbedingungen“, „ein Vorbild für andere Bauvorhaben“ sah Daniel Keding in dem Haus. Keding sprach als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Musikschulen.

Die Musikschule braucht Partner. Die fand sie von Schweden über Frankreich bis Spanien, vor allem aber vor Ort. Stellvertretend listete Theaterintendant Hajo Fouquet auf, was zwischen Musikschule und Theater alles passiert, von Pult-an-Pult- Konzerten bis zu Musicalproduktionen. Aktuell hat das Theater einen seiner zwei großen Konzertflügel an die Musikschule gegeben, dafür ein gutes Probenklavier bekommen. Das gab einen langen Applaus.

Der längste Beifall dankte den jungen Musikern

Längeren Beifall noch gab es für die jungen Musiker. Anna Schwemmers Rock/Pop-Chor räumte mit Adeles „Rolling In The Deep“ ab. Iris Hammachers Ensemble Pop on the Block brachte sogar ein eigenes, von Benita Markmann geschriebenes, originell mit szenischen Elementen aufgepepptes Stück ein: „The Special Cup“. Am Ende kamen die strings auf die Bühne, das junge, dynamische Streichorchester, das Kathy Kelsh leitet – es rundete die 80-minütige Feierstunde mit Musik von Benjamin Britten ab, von dem auch die Eingangsfanfare stammte.

Ulrich Petersen führte durch den Abend und zeigte, dass er Diagramme, Statistiken und Präsentationen so virtuos beherrscht, wie es Ulrich „Trompetersen“ musikalisch lernte. Raum bekamen in seinen Beiträgen neben Daten und Zahlen seine Vorgänger Margret Küntzel-Hansen, Hildegard Junge und Dr. Karl Rathgeber. Der heutige Kirchenmusikdirektor saß im Forum wie viele frühere Lehrer. Es war ein wenig wie beim Klassentreffen.

Die Musikschule braucht natürlich Sympathieträger. Das müssen die Lehrer sein, 67 sind es zurzeit, und noch besser können es frühere Schüler sein. Dafür stand gestern Abend Corinna Krome. Sie wechselte von der Klassik zur Rockmusik, zur Band Yalta Cub, erinnerte sich mit Selbstironie an ihre Musikschulzeit. Besonders dankte sie ihrer Klavierlehrerin Gudrun Blanke-Edelbauer. Corinna Krome bleibt der Musikschule verbunden. Sie wird 2018 in der Katzenstraße ein Haus der Kulturen öffnen – und da sind musikalische Partner gern gesehen.

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