Es ging stetig bergauf

Artikel aus der Landeszeitung für die Lüneburger Heide (LZ) vom 31.08.2017
Autor: Hans-Martin Koch
Foto: Hans-Martin Koch

Lüneburg. Stichtag, 10. März 1967: „Schon seit langem werden immer wieder Stimmen laut, die eine zentrale Stätte für die musikalische Ausbildung der Kinder wünschen“, schreibt die Landeszeitung. Der Stadtelternrat schiebt die Sache an, federführend ist dessen Vorsitzende Margrit Küntzel-Hansen. Die Idee ist, Kindern eine Vorbildung zu geben, damit sie anschließend zu Privatlehrern wechseln. Am 1. September 1967 fiel der Startschuss. Es kam ziemlich schnell anders, was zu nun zu einem echten Jubiläum führt: 50 Jahre!

Schon 1969 übernahm Hildegard Junge die Leitung. „Sie hat eigentlich die bis heute gültige Struktur aufgebaut“, sagt Ulrich Petersen, der seit 25 Jahren an der Spitze steht und dem Haus seit 1978 als Trompetenlehrer verbunden ist. Zwischen Hildegard Junge und Petersen leitete noch Karl Rathgeber, heute Professor und Kirchenmusikdirektor, das Haus. Rathgeber gründete – neben seiner Leitungsarbeit – die bis heute aktive Städtische Cantorei. Ein ganz kurzes Zwischenspiel an der Spitze gab noch 1992/93 Manfred Läsche, aber da handelte es sich eher um eine Art Missverständnis.

Aus den Archiven sammelte Ulrich Petersen Daten und Fakten zur Geschichte. Was bei Margrit Küntzel-Hansen mit hohem Engagement in eher privatem Rahmen begann und auf musikalische Früherziehung ausgerichtet war, erhielt in den Räumen An der Münze offizielleren Charakter und ein stetig wachsendes Angebot. „Es waren schnell 400 Kinder da“, fand Petersen heraus, „und es ging ständig nach oben.“ Heute zählen Petersen und sein Vertreter Lothar Nierenz mehr als 2500 Schüler, für die 66 Lehrkräfte im Einsatz sind. Bedient werden zusätzlich zum Haus in Lüneburg Zweigstellen in Deutsch Evern, Amelinghausen und Neetze, „und es kommen immer mehr Anfragen.“ Ein Grund für den Erfolg: Lüneburg ist Zuzugsgebiet.

Die Lüneburger Musikschule zählt zu den frühen im Land. Seit den späten 60ern wuchs das Bewusstein für die musikalische Bildung. Heute sind 930 Musikschulen an 4000 Standorten der Bundesrepublik zu finden.

Wichtig sind Kooperationen. Sie finden zum Beispiel mit dem Theater nebenan statt und natürlich mit Schulen. Dass Jung und Alt gut miteinander musizieren können, beweist außerdem der Einsatz von Musikschülern im Orchester der Musikfreunde mit seinem Leiter Lothar Nierenz. Wichtig ist bei aller primär lokalen Arbeit zudem der Blick über den Tellerrand, er schärft den Blick auf die eigene Leistung, bringt neue Ideen und fördert internationale Verständigung. Mit den Musikschulen Hammarö in Schweden, Clamart in Frankreich und Cáceres in Spanien besteht ein aktiver Austausch.

1990 erweiterte die bis dahin fast ausschließlich auf Klassik ausgerichtete Musikschule ihr Angebot, das Musikverständnis jüngerer Generationen hatte sich längst gewandelt. Jazz gab es schon, nun kam ein Rock-Pop-Bereich hinzu. Dessen Erfolg spiegelt sich in der Statistik der meistgebuchten Instrumente: Schlagzeug steht auf Platz drei. Oben finden sich natürlich die Klassiker, weit vorn liegt das Klavier, gefolgt von Violine. Weiter geht es nach den Drums mit Klarinette, Gitarre, Querflöte, Blockflöte, Saxophon etc.

Das Haus An der Münze platzte mit den Jahren aus allen Nähten, was neben dem zunehmend maroden Zustand des Hauses zum Neubau führte. Der Bau am St.-Ursula-Weg zählt beim Wandel Lüneburgs von einer Garnisons- zu einer Kulturstadt zu den markantesten Zeichen. Fünften Geburtstag feiert das Haus im Kultur- & Bildungszentrum Saline in diesem Jahr. „Die Bedingungen hier sind hervorragend“, sagt Petersen.

Bildung kostet, kulturelle auch. Der Etat der Musikschule liegt bei 1,4 Milionen Euro. Wesentliche Anteile tragen Stadt und Landkreis, ein gehöriger Batzen wird aus den Gebühren erlöst, eine kleinere Summe steuert das Land bei.

Der fällige Festakt zum 50. findet am 8. September statt, natürlich mit Grußworten, Rückblick und viel Musik.

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